Selektives Lasersintern (SLS)

Das Selektive Lasersintern (SLS) ermöglicht komplexe, individuelle und belastbare Funktionsteile, Kleinserien und Prototypen aus Kunststoff zu fertigen.

Max. Größe: 340 mm x 340 mm x 600 mm

Verfahren über Partnernetzwerk

Selektives Lasersintern (SLS).

SLS ist ein pulverbasiertes Verfahren: Ein Laser schmilzt polymeres Pulver Schicht für Schicht gezielt auf. Das umliegende, nicht gesinterte Pulver stützt das Bauteil – dadurch sind keine Stützstrukturen nötig und komplexe, hohle oder überhängende Geometrien lassen sich frei gestalten.

Das Ergebnis sind belastbare Funktionsteile, Prototypen und Kleinserien aus technischen Kunststoffen – werkzeuglos, reproduzierbar und mit seriennahen Materialeigenschaften.

Max. Bauraum
340 × 340 × 600 mm
Genauigkeit
±0,3 mm (min. ±0,3 %)
Materialien
PA12 · TPU
Geeignet für
Funktionsteile, Kleinserien, Prototypen
SLS-Anwendungsbeispiel: komplexe, belastbare Funktionsteile aus PA12
Anwendungsbeispiel

Reproduzierbare Funktionsteile.

Sie möchten funktionale Prototypen, hochwertige Funktionsteile und Kleinserien aus Kunststoff fertigen – bei guter Reproduzierbarkeit? Dann ist SLS die richtige Wahl. Mit optimiertem Material (meist PA12 oder TPU) entstehen hochfeste, komplexe Bauteile, die durch das Verfahren kaum in ihrer Geometrie eingeschränkt sind – in verschiedensten Losgrößen.

Anwendungen

Wofür sich SLS eignet.

Funktionsteile

Mechanisch beanspruchte Bauteile für reale Bedingungen: Schnappverbindungen, Scharniere, Clipse, Gehäuse. PA12 hält, was Prototypen aus PLA nicht leisten.

Prototypen

Geometrievalidierung und Funktionstests mit seriennahen Materialeigenschaften – besonders relevant, wenn das Serienteil später aus Polyamid gespritzt wird.

Kleinserien

Werkzeuglose Fertigung ab Losgröße 1 bis mehrere hundert Stück. Keine Werkzeugkosten, keine Mindestabnahme – Stückkosten sinken mit besserer Bauraumauslastung.

Werkstoffe

SLS-Materialien.

Zwei bewährte Werkstoffe – beide in Weiß verfügbar und nachträglich einfärbbar.

PA12 (Polyamid 12)

Der Standardwerkstoff im SLS – technischer Allrounder mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Hohe Zugfestigkeit, gute Maßhaltigkeit und eine Kombination aus Steifigkeit und Zähigkeit. Unbehandelt weiß mit leicht rauer Oberfläche. Ideal für Funktionsteile.

TPU (Thermoplastisches Polyurethan)

Flexibles, gummiartiges Material mit Shore-Härte 90A. Elastisch verformbar, hoch verschleißfest, angenehme Haptik, einfärbbar in Schwarz. Typisch für Dichtungen, Dämpfungselemente, flexible Scharniere und Griffe.

Ihr Wunschmaterial ist nicht dabei? Sprechen Sie uns an – wir prüfen die Machbarkeit und finden eine Lösung.

Veredelung

Finish für SLS-Bauteile.

SLS liefert eine ideale Basis für die Veredelung. Von der rohen Oberfläche bis zum spritzgussähnlichen Finish stehen sechs Methoden zur Wahl:

Unbehandelt

Weiße, raue Oberfläche direkt aus dem Drucker. Anfällig für Schmutz und Hautfett – für Prototypen und Funktionsteile ohne Hautkontakt.

Färben

Färbung mit Textilfarbe im Wasserbad, schnell trocknend und weiterverarbeitbar. Viele RAL-/Pantone-Töne möglich.

Verdichtstrahlen

Geglättete, samtige Oberfläche – weniger rau und kratzempfindlich. Ideal für funktionale oder optisch beanspruchte Bauteile.

Gleitschleifen

Durch Vibration mit Schleifsteinen geglättet. Ideal für gleichmäßige Oberflächen ohne sichtbare Pulverspuren.

Lackieren

Nach Grundierung 2–3 Lackschichten möglich – hochwertige Sichtflächen für technische Bauteile.

Chemisch Glätten

Oberfläche wird im Lösungsdampf schonend geglättet. Ergebnis: Glanz und glatte Struktur wie beim Spritzguss-Finish.

Ablauf

So funktioniert das Verfahren.

01

Pulverauftrag

Eine dünne Pulverschicht (typisch 100–120 µm) wird gleichmäßig aufgetragen und knapp unter Schmelztemperatur vorgeheizt – das verbessert Schichthaftung und Energieeffizienz.

02

Lasersintern

Ein CO₂-Laser scannt die Querschnittsfläche und verschmilzt das Pulver punktgenau. Die Plattform senkt sich um eine Schichtdicke, neue Schicht folgt – Lage für Lage.

03

Abkühlen & Auspacken

Der Bauraum kühlt kontrolliert ab (je nach Größe mehrere Stunden). Anschließend werden die Teile aus dem Pulverkuchen entnommen und abgestrahlt. Nicht gesintertes Pulver wird anteilig wiederverwendet.

Einordnung

Vor- und Nachteile des SLS-Verfahrens.

Vorteile

  • Keine Stützstrukturen nötig
  • Komplexe Geometrien möglich
  • Hohe Maßhaltigkeit
  • Temperaturbeständige Werkstoffe
  • Viele Veredelungsmöglichkeiten
  • Für Prototypen und Kleinserien

Zu beachten

  • Oberfläche unbehandelt rau
  • Nicht durchgefärbt
  • Dünnwandige Teile teils undicht
  • Höhere Kosten als FDM
  • Lange Abkühlzeit
  • Pulver muss entfernt werden

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